Vor allen Dingen möchte ich denen die
sich für die Bwiti-riten und die Iboga-therapie interessieren sagen,
dass man sich nicht leichtfertig dafür entscheiden sollte. Je mehr man
sich darauf vorbereiten kann desto besser ist es.
Denn trotz des Weges den ich gegangen
war und den vielen Erfahrungen die ich erlebt hatte bevor ich die
Ibogaeinweihung machte, ist es für mich eine Reise von der ich noch
nicht zurückgekommen bin, von der man sowieso nicht zurückkommt...Iboga
bringt Sie dazu sich selbstgegenüber zu stehen, da gibt es kein
Verstecken mehr. Auch wenn es unglaubliche Dinge zu erzählen gibt, gibt
es andere die Sie dazu zwingen die dunklen Seiten, die man am liebsten für
immer vergessen würde, zu akkzeptieren. Aber auch das ist positiv.
Ich war hier hergekommen mit dem
Vorhaben meine Schüchternheit, meine Schwierigkeiten mit anderen in
Kontakt zu treten und nicht zu wissen was ich in meinem Leben machen
wollte, zu heilen.
Gleichzeitig war es eine spirituelle
Suche, ich wollte Antworten auf lebenswichtige Fragen bekommen, wer bin
ich? Was tue ich in diesem mir unverständlichen Universum? Ich suchte
Bestätigung für meinen mystischen Glauben, ich wolte SEHEN.
Manche mussten sich nicht übergeben,
gingen auf die Toilette, andere spürten nichts besonderes, jemand
anderes bekam Panik und schrie als wolle man ihn abstechen.
Ich erbreche fast meine Eingeweide, mein
Magen verkrampft sich und mein Bauch tut weh, ich frage mich wann es
endlich vorbei ist, aber mein Körper findet immer noch was rauszuwerfen?
Ich frage mich wo das nur alles herkommt? Ich bin beunruhigt, dass
Ibogaholz wieder herauszubrechen, ich sage das zu Mallendi,der mir
antwortet:” Iboga ist in dir drin”. Ich gehe auf die Toilette. Als
ich wiederkomme muss ich mich wieder übergeben und eine Art flüssiges,
weisses , glibberiges Seil kommt aus meinem Mund heraus. Sowas hatte ich
noch nie erbrochen, dabei war ich schon oft betrunken. Ich habe das Gefühl,
dass ich der einzige bin der so viel erbrechen muss.
Dann fange ich an mich “besser” zu fühlen.
Ich habe den Eindruck, dass etwas in meinem Körper im Umlauf ist und
wirkt, es wärmt, mir wird warm und kalt, meine Sinne sind viel
sensibler. Ich sehe, höre alles mit einer Klarheit und einer neuen
Kraft. Durch die Musik höre ich Stimmen. Ich höre zwei Schlingel die
sich zu meiner Rechten zanken, es ist so echt, dass ich meinen Kopf
dorthin drehe. Ich höre einen Mann etwas rufen, dann eine Frau singen.
Ich spüre körperlich die Klänge und die Noten.Ich kann meinen Zustand
nicht beschreiben, ich bin hyperbewusst. Ich habe kein Zeitgefühl mehr,
aber das ist auch nicht wichtig.
Am nächsten Morgen stehe ich auf um mit
Claire spazieren zu gehen (die Pflanze hatte ihr in einem vorigen
Seminar ihre Gabe als Medium gezeigt) und mit Laurent. Sie erzählt uns
was sie bei jedem von uns sieht, es sind übrigens sehr persönliche
Dinge.
Wir bleiben vor einem Zaun stehen,
dahinter befinden sich ein Esel und ein Pferd. Sie fängt an mit dem
Pferd zu sprechen, welches ein schlechtes Gewissen zu haben scheint,
weil es Kinder beim Reitunterricht hat fallen lassen. Sie macht ihm Mut,
das Pferd wird unruhig und trabt im Kreis herum, wie in de Manege. Dann
schüttelt es sich und hüpft herum und folgt uns galoppierend, als ob
es verrückt vor Freude sei!
Am Ende des Nachmittags fühle ich mich
leer ohne Leben, wie tot...aufeinmal als ich allein war, bin ich sicher
tot zu sein. Mein Körper ist physisch da, aber mein Geist ist fort. Das
ist kein sehr angenehmes Gefühl.
Dritter Tag:
Diese Nacht ist wie die vorherigen... es
wechselt sich ab zwischen Momenten wo ich wach bin und in bunten Träumen,
zu reich um mich an sie zu errinnern. Aber es gibt ein einzigartiges Phänomenen.
Dreimal werde ich wach mit dem körperlichen
Gefühl, als ob ein Beutel aufplatzen würde und eine nicht materielle
Flüssigkeit aus mir herauslaufen würde und das tut jedesmal sehr gut.
Ich fühle das gleichzeitig an den Nieren und am Magen und jedesmal stöhne
ich auf und atme stark aus. Das tut mir unsagbar gut!
Um 4 Uhr morgens wachen fast alle auf,
wir hören starken Wind ums Haus pfeifen. Ich sage mir, das ist der
Geist des Holzes (Iboga) der weggeht, seine Arbeit ist getan. Alles wird
wieder ruhig bevor ich wieder einschlafe. Morgens früh, vor 8 Uhr, ist
der Himmel strahlend blau.
Beim Aufstehen fühle ich mich frisch
und lebendig trotz der frühen Stunde um zu fühstücken.
Ich fühle mich voll neuer Energie, voll
von gutem Willen den anderen gegenüber, und belebt von dem wahren
Wunsch auf die anderen zuzugehen, sie kennenzulernen und ihnen zu helfen.
Was ich da sage ist völlig unmöglich, das sah mir vorher absolut nicht
ähnlich!